Philosophie

Philosophieren an der Hebbelschule

 

Sek I:

Philosophie an der Hebbelschule Sek I

Zunächst eine Quizfrage: Wie häufig guckst du am Tag auf die Uhr, um die Uhrzeit zu erfahren? Das kommt sicher schon einige Male am Tag vor. Aber hast du dich schon mal gefragt, was das eigentlich ist, die Zeit? Oder was dir ein so komisches Gefühl bereitet, wenn du einmal ... sagen wir mal nicht die ganze Wahrheit auf die Frage „Hast du dein Zimmer ordentlich aufgeräumt?“ gegeben hast? Woran liegt es, dass man gerne Freunde hat und von seinen Mitschülern gemocht wird?

Die Philosophie beschäftigt sich genau mit diesen Themen – und das erstaunlicherweise seit über 2500 Jahren!

Im Unterricht hinterfragen wir unseren Alltag und beginnen – genau wie alle Philosophen vor uns – mit dem Staunen über Alltägliches! Dafür lesen wir auch in den Texten der alten und neueren Philosophen nach, was sie zu dem Thema zu sagen haben. Es sind dabei keineswegs Fragen, die man durch Nachschlagen in dicken Büchern sofort beantworten kann. Manche Fragen lassen sich vielleicht niemals lösen. Dennoch sind sie es wert, dass man gemeinsam über sie nachdenkt.

Wie alt zum Beispiel unser Planet ist, kann man schon ziemlich genau ausrechnen. Wie er entstanden ist, darüber gibt es immer noch mehrere Meinungen! Oder ob es tatsächlich so etwas wie einen Gott gibt, auch darüber denken wir gemeinsam nach. Du siehst, auch die Antworten, die die Religion hierauf parat hat, kommen bei uns zur Sprache.

In den Klassen 5, 6 und 7 kannst du mit Frau Manteuffel, Frau Wischtukat, Herrn Dr. Schedlitz, Herrn Holtiegel und Herrn Finke gemeinsam philosophieren. Der Unterricht findet mit Mitschülern deines Jahrganges statt. Ihr dürft bereits für Klasse 5 wählen, ob ihr lieber Religion oder Philosophie im Stundenplan haben möchtet.

 

Wir freuen uns auf dich, deine Fragen und Ideen!

  

Einige Themen, mit denen wir uns ab Klasse 5 beschäftigen:

Wenn es heiß ist, sieht es aus, als würde die Straße flimmern. Dabei weiß ich doch, dass sie es nicht tut. Oder täusche ich mich etwa ... ?

...

Wenn ich „Fußballschuh“ sage, weiß jeder sofort, was gemeint ist. Wenn ich „Plip Plop“ sage, hat jeder zumindest eine Idee, was das sei könnte. Wie hängt das eigentlich zusammen?

 ...

Ein großes Geheimnis muss man jemandem anvertrauen –

doch was bedeutet Vertrauen eigentlich?

 ...

Zu Hause und in der Schule möchte man auf Regeln manchmal gerne verzichten, beim Spielen aber nicht! Warum gibt es eigentlich Regeln?

 ...

 Keiner kann es sehen – jeder will es haben. Manche behaupten sogar, sie hätten es gefunden – und können es auf Nachfrage doch nicht zeigen

...

Was genau ist Glück eigentlich?

 

 

Sek II:

Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! Dies ist der bekannte Wahlspruch der Aufklärung – und er gilt auch und besonders für den Philosophieunterricht! Seit jeher stellt die Verwunderung und das Hinterfragen von Alltäglichem den Ausgangspunkt der Philosophie. Fragen also etwa zu Begriffen, die ein jeder Mensch verwendet, ohne eine feste Definition hierfür liefern zu können! Da war zum Bespiel schon so ein Wort: Mensch. Wie definiert man „sich“ eigentlich als Mensch, so dass es auf alle Menschen zutrifft, aber nicht auch auf einen Schimpansen? Wie grenzt man sich von einem Roboter ab? Hat man diese Fragen erst einmal entdeckt, fallen einem im Alltag zahlreiche dieser Fragen ein, die sich nicht einfach so beantworten lassen, wie die Frage nach der aktuellen Uhrzeit oder dem amtierenden deutschen Fußballmeister. 

Den Unterschied zu anderen Fächern erkennt man sogleich an der Aussage Sokrates, dem Philosophen der Antike: Ich weiß, dass ich nichts weiß! Mit diesem Satz gelangt man wahrlich nicht in jedem Fach zu solcher Berühmtheit wie Sokrates, aber es steckt noch viel mehr dahinter. So hat Sokrates nachvollziehbar begründet, wie er zu dieser „Erkenntnis“ kommt! Wörtlich übersetzt heißen die Philosophen daher auch die Weisheit-Liebenden und nicht etwa die Wissen-Liebenden. 

Im Philosophieunterricht ist es bis heute grundlegend, dass man sich auf Gedankenexperimente einlässt, also die Gedankengänge von anderen Philosophen (sowohl der Mitschüler als auch der Texte von zum Teil schon verstorbenen Philosophen) im Wortsinne „nach-denkt“ und kritisch auf die Probe stellt. Hierbei ist zum Teil intensive Textarbeit nötig und das Beleuchten einzelner Worte, die wir gedanklich auf die Goldwage legen, um mit den berühmten Denkern auf Augenhöhe zu sein - und zum Teil über sie hinauswachsen können. In jedem Fall kommt man nicht ohne zünftige Argumentationen umhin!

Die ganze Welt ist voll von interessanten Fragen, die es zu hinterfragen und zu diskutieren gilt. Immanuel Kant war es, ein berühmter deutscher Philosoph, der die Fragen in vier große Kategorien zusammengefasst hat, die bis heute maßgebend sind.

Was ist der Mensch? - Was soll ich tun? - Was kann ich wissen? - Was darf ich hoffen?

Diese Fragen strukturieren den Philosophieunterricht eines jeden Jahres in der Sek I sowie je ein Halbjahr in der Oberstufe. 

 

 

Vielleicht sehen wir uns ja bald dort oder in einem Kurs! Wir sind gespannt auf eure Ideen!

 

 

Eure Fachlehrer

 

Hr. Holtiegel, Hr. Finke und Hr. Dr. Schedlitz